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Zur Geschichte der Dorfkirche in Wengern 

 

 Kürzlich ist ein neuer Kirchenführer erschienen, der alle bekannten Dokumente und
 Fotos zur Geschichte der Dorfkirche Wengern (und in Teilen auch der Kirchengemeinde)
 in neuer Weise zusammenführt und neu bewertet. 
 

kirchenbroschuere


 Für nur 2,50 € ist die kleine
 Broschüre  im Gemeindebüro  (Henriette-Davidis-Weg 5, 
 Tel.: 02335-70094) erhältlich.  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Ursprünge der Kirche liegen in der Zeit Karl des Großen (768 – 814 n. Chr.). Man vermutet, dass die Mönche des Klosters Werden (heute Essen- Werden) hier missioniert haben. Die Kirche steht wohl auf einem Platz, der vor der Christianisierung ein heidnisches Heiligtum trug. Hier fließen drei Bäche zusammen, Elbsche, Opfersiepen und Schmalenbecke.

kirche1Eine Legende weiß zu berichten, dass im Jahre 836 die Gebeine des Heiligen Liborius bei der Überführung von Le Mans nach Paderborn bei Wengern an einer schmalen Stelle über die Ruhr gebracht und vielleicht eine Nacht im Kirchlein aufbewahrt wurden. Diese Legende will den Namen der Kirche„St. Liborius“ erklären. Ob tatsächlich der Heilige Liborius in dieser Zeit schon als Patron verehrt wurde, lässt sich nicht mit Bestimmtheit nachweisen.  

Bis um 1000 handelt es sich wohl um eine Holzkapelle.
Dann wurde eine kleine Steinkirche gebaut. Die Kirche wird erstmals 1246 urkundlich erwähnt. 1264 wurde die Kirche einer großen gotischen Erneuerung unterzogen. 1543 am Rogate-Sonntag, zwei Wochen vor Pfingsten, wurde von Pfarrer Schluck die Reformation durchgeführt. Die Tradition, dass die Kirche dem Heiligen Liborius geweiht war, ging in der evangelischen Zeit langsam verloren. 1792 finden sich die letzten Eintragungen auf den Namen St. Liboriuskirche. 

  kirche innen neu1891 wurde die Kirche einer grund-legenden Erneuerung und Vergrößerung unterzogen. Das Schiff wurde verkleinert. Die beiden nur angedeuteten Querschiffe, die dem Gundriss eine Kreuzform geben,wurden geschaffen. Der frühe Chor, der in Form eines Achtecks gebaut war, wurde durch den heutigen quadratischen ersetzt. Viele Verzierungen des Altars und der Kanzel wurden beseitigt. Die Orgel, die früher vorn im Chor oberhalb des Altarsstand, kam an ihren heutigen Standort auf die Turmseite und wurde vergrößert. Aus statischen Gründen wurde der zweite kleine Turm gebaut.      

1936 wurde die wunderschöne Cassettendecke eingesetzt, 1938 das Fenster oberhalb des Altars zugebaut. Die Kirche bekam einen reichverzierten Anstrich, z. B. standen in den Holzcassetten der Emporengeländer die Seligpreisungen aus dem Matthäusevangelium.

malerei3

 Schöne Wandmalereien wurde dadurch natürlich verdeckt. Der heutige Anstrich stammt von 1959.
Die
Kirchenmauern, wie Sie sie heute sehen, stammen im vorderen Teil, ab den Querschiffen
von 1891. Der hintere Teil des Schiffes ist älter,
zum Teil wohl aus romanischer Zeit.
Die Turmspitze wurde 1743 aufgesetzt.

Außen waren bis vor einigen Jahrzehnten die rätselhaften Menschenschädel zu sehen. Diese Schädelnischen sind weit und breit einmalig. Die Schädel wurden bei der Renovierung in den dreissiger Jahren freigelegt und sind heute noch zu erahnen. schaedel-1937














 
 
 
 
 
 
 
 
 
Es gibt verschiedene Erklärungsmöglichkeiten für sie:

- Die Schädel stammen von Priestern, vielleicht aus einem ehemaligen Kloster. (Mittelalter)

- Nach Auflösung der ehemaligen Begräbnisstätte der Gemeinde an der Kirche wurden die Schädel ausgegraben und in die Mauer eingebracht. (Anfang 19. Jahrhundert)
schaedel

-
Die Schädel und die beiden großen Nischen haben zusammen ein eindrucksvolles „memento mori“ („Bedenke, dass du stirbst!“) gebildet. In den großen Nischen haben bei dieser Annahme Kerzen gebrannt. Als Zeitpunkt wird die Zeit des 30 jährigen Krieges, spätestens aber die des Barocks, wo der Geschmack solche grausigen Eindrücke noch zuließ, angegeben. Ein späterer Zeitpunkt scheint auf keinen Fall in Frage zu kommen. (Deutsche Friedhofskultur, August 1974)
Die Kirchenuhr ist die frühere Rathausuhr von Wetter. Sie wurde 1972 eingebaut. Im Kirchturm hängen vier Glocken, davon drei elektrisch angetriebene. Die älteste ist der sogenannte „Kleine Anton“. Ihren Namen hat sie von der Innschrift „Antonius heiß ich, Johann Schick goß mich“. Sie stammt aus dem Jahre 1521.
Die drei anderen Glocken stammen von 1826 und zwei von 1952. Sie ersetzten die im Krieg eingeschmolzenen älteren Glocken.
   
 Einzelheiten im Innenraum der Kirche
 
altar2Der geschnitzte Altar stammt aus dem Jahre 1714. Das Bild stellt das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern dar. Wie schon erwähnt war er vor 1891 reicher verziert und voluminöser. Wir besitzen heute noch eine Petrusfigur (jetzt im hinteren Teil der Kirche links) und einen Jesus Pantokrator (jetzt über dem Taufstein) von diesem früheren großen Altar.
 Das Lesepult mit der nicht sehr naturgetreuen Pelikanfigur ambo
wurde 1688 aufgestellt. Der Taufstein wurde 1688 angefertigt.
Der ältere Taufstein rechts neben dem Eingang stammt aus romanischer Zeit.
Die Kanzel wird auch Ende des 17. oder Anfang des 18. Jahrhunderts erbaut worden sein. Das wertvollste Stück in der Kirche ist das Kreuz oberhalb des Altars. Es ist vom Stil her ein romanisches Triumpfkreuz, stammt aber aus spätgotischer Zeit um 1486.
 
 Alles in allem ist die Evangelische Dorfkirche in Wengern ein einmaliges Kulturdenkmal, dessen Erhalt unserer Gemeinde am Herzen liegt.



 









 

 
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