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„Schön is hier!“ Musikalischer Einstieg in die Visitation
Präses Buß
besucht den Kirchenkreis – und erlebt lebendige Gemeinde in Wengern
Wengern. (niki) Ein junges Mädchen ist die Dame in der ersten Reihe schon lange nicht
mehr. Die tiefen Linien in ihrem schönen Gesicht erzählen die vielen
Geschichten eines langen, ereignisreichen Lebens. Sie wippt mit dem Fuß und
klatscht begeistert mit – ebenso wie der erst dreijährige Knirps, der vor Uli
Mörchen in der Dorfkirche in Wetter-Wengern steht und die rote E-Gitarre
anstaunt, die der Pfarrer spielt. „Ja und Amen“ – unter diesem Titel feiert die
Gemeinde Gottesdienst – schon zum 78. Mal in einer wunderbar lockeren,
respektvollen und fröhlichen Art. Ein Gottesdienst für Jung und Alt. Und für den
Präses.
Dieser
Sonntag heißt „Cantate“ in der Liturgie-Sprache des Kirchenjahres – „Singe!“.
Ein besseres Motto könnte es kaum geben für einen Gottesdienst, der für die
heute gut 300 Besucher ein besonderer ist: Präses Alfred Buß, der leitende
Theologe der westfälischen Landeskirche, nimmt im Rahmen der einwöchigen
landeskirchlichen Visitation des Kirchenkreises als Gast teil.
„Schön is
hier!“ Schon seine ersten Worte sichern dem Präses alle Sympathien – und der
Theologe hat sichtlich Spaß an einem Hochamt, das modern und klassisch in einem
ist. Musik prägt – nicht nur an diesem Sonntag – die Gottesdienste in Wengern.
Das Alfina-Panteos-Quartett mit seiner gleichnamigen, musikalisch
beeindruckenden Sängerin gestalten die Feier – und die Gemeinde lässt sich
mitreißen, wie immer. „Wir haben hier aber auch gute Predigten“, betont Eva
Lehmhaus, die mit ihren 79 Jahren schon viele
Gottesdienste erlebt hat. Und ist damit einer Meinung mit Präses Buß,
der beim anschließenden Kirchcafé nicht nur die Musik lobt: „Es war genau die
richtige Mischung: die Liturgie war erkennbar!“
Insgesamt
besucht das 25-köpfige Visitationsteam am Sonntag 23 Gottesdienste in
Hattingen, Sprockhövel, Witten und Wengern. Neben den „klassischen“ Formen gibt
es in den 17 Gemeinden des Kirchenkreises auch zahlreiche alternative Formen –
Kirche im Wandel. „Die so genannten `besonderen´ Gottesdienste sind bei uns eigentlich schon
die normalen“, freut sich denn auch Superintendent Ingo Neserke an einer Vielfalt,
die Menschen auf ganz unterschiedliche Art anspricht.
Dass Alt
und Neu gut Hand in Hand gehen, demonstrieren Afina Panteos (Klavier und
Gesang) und die Musiker Markus Köhler (Bass), Tobias Koch (Percussions) und Uli
Mörchen (Gitarre), die immer wieder mit Zwischenapplaus bedacht wurden, auch
bei einer mit großer Spielfreude vorgetragenen Variation des
Paul-Gerhard-Klassikers „Geh aus mein Herz und suche Freud“: Als Folk-Song,
swingendes Jazzstück und – besonders originell – als Hardrocksong mit
bummernden Gitarren-Riffs erklingt das altbekannte Lied. Nach seinem Favoriten
gefragt, muss der Präses nicht lange
überlegen: „Die Jazz-Fassung! Schließlich bin ich mit Elvis und den Beatles
groß geworden – da darf es auch mal etwas fetziger sein.“
(Fotos: Wilfried Witulski)
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