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  Präses Buß
bei
JA+AMEN


(Text und Foto: Nicole Schneidmüller-Gaiser) 

 

 

 

 11-05-22wengerngruppe

 

„Schön is hier!“ Musikalischer Einstieg in die Visitation

Präses Buß besucht den Kirchenkreis – und erlebt lebendige Gemeinde in Wengern

 

Wengern. (niki) Ein junges Mädchen ist die Dame in der ersten Reihe schon lange nicht mehr. Die tiefen Linien in ihrem schönen Gesicht erzählen die vielen Geschichten eines langen, ereignisreichen Lebens. Sie wippt mit dem Fuß und klatscht begeistert mit – ebenso wie der erst dreijährige Knirps, der vor Uli Mörchen in der Dorfkirche in Wetter-Wengern steht und die rote E-Gitarre anstaunt, die der Pfarrer spielt. „Ja und Amen“ – unter diesem Titel feiert die Gemeinde Gottesdienst – schon zum 78. Mal in einer wunderbar lockeren, respektvollen und fröhlichen Art. Ein Gottesdienst für Jung und Alt. Und für den Präses.

 Dieser Sonntag heißt „Cantate“ in der Liturgie-Sprache des Kirchenjahres – „Singe!“. Ein besseres Motto könnte es kaum geben für einen Gottesdienst, der für die heute gut 300 Besucher ein besonderer ist: Präses Alfred Buß, der leitende Theologe der westfälischen Landeskirche, nimmt im Rahmen der einwöchigen landeskirchlichen Visitation des Kirchenkreises als Gast teil.

 „Schön is hier!“ Schon seine ersten Worte sichern dem Präses alle Sympathien – und der Theologe hat sichtlich Spaß an einem Hochamt, das modern und klassisch in einem ist. Musik prägt – nicht nur an diesem Sonntag – die Gottesdienste in Wengern. Das Alfina-Panteos-Quartett mit seiner gleichnamigen, musikalisch beeindruckenden Sängerin gestalten die Feier – und die Gemeinde lässt sich mitreißen, wie immer. „Wir haben hier aber auch gute Predigten“, betont Eva Lehmhaus, die mit ihren 79 Jahren schon viele  Gottesdienste erlebt hat. Und ist damit einer Meinung mit Präses Buß, der beim anschließenden Kirchcafé nicht nur die Musik lobt: „Es war genau die richtige Mischung: die Liturgie war erkennbar!“

 Insgesamt besucht das 25-köpfige Visitationsteam am Sonntag 23 Gottesdienste in Hattingen, Sprockhövel, Witten und Wengern. Neben den „klassischen“ Formen gibt es in den 17 Gemeinden des Kirchenkreises auch zahlreiche alternative Formen – Kirche im Wandel. „Die so genannten `besonderen´  Gottesdienste sind bei uns eigentlich schon die normalen“, freut sich denn auch Superintendent Ingo Neserke an einer Vielfalt, die Menschen auf ganz unterschiedliche Art anspricht.

 Dass Alt und Neu gut Hand in Hand gehen, demonstrieren Afina Panteos (Klavier und Gesang) und die Musiker Markus Köhler (Bass), Tobias Koch (Percussions) und Uli Mörchen (Gitarre), die immer wieder mit Zwischenapplaus bedacht wurden, auch bei einer mit großer Spielfreude vorgetragenen Variation des Paul-Gerhard-Klassikers „Geh aus mein Herz und suche Freud“: Als Folk-Song, swingendes Jazzstück und – besonders originell – als Hardrocksong mit bummernden Gitarren-Riffs erklingt das altbekannte Lied. Nach seinem Favoriten gefragt, muss der Präses  nicht lange überlegen: „Die Jazz-Fassung! Schließlich bin ich mit Elvis und den Beatles groß geworden – da darf es auch mal etwas fetziger sein.“

 

(Fotos: Wilfried Witulski)

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